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Sichtbarkeit & SEO

Google Business Profile: Anlegen, pflegen, Bewertungen

So legen Sie Ihr Google Business Profile an, halten Öffnungszeiten aktuell, vermeiden typische Fehler und reagieren richtig auf Bewertungen.

Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit

Das Google Business Profile (früher Google My Business) ist Ihr kostenloser Unternehmenseintrag in der Google-Suche und auf Google Maps. Für lokale Betriebe ist es oft der wichtigste Hebel, um in Magdeburg und Umgebung gefunden zu werden. Hier erfahren Sie, wie Sie den Eintrag anlegen und pflegen, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie mit Bewertungen umgehen – auch mit unfairen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Name, Adresse und Telefonnummer müssen im Profil genau so stehen wie auf Ihrer Webseite und in Branchenverzeichnissen.
  • Wählen Sie eine Hauptkategorie, die Ihr Kerngeschäft exakt trifft, statt allgemeiner Begriffe wie „Dienstleister“.
  • Halten Sie Öffnungszeiten, Feiertage und Fotos aktuell; regelmäßige Beiträge halten das Profil lebendig.
  • Bitten Sie zufriedene Kunden um Bewertungen und beantworten Sie jede Bewertung sachlich – auch negative.
  • Google löscht Bewertungen nur bei Verstößen gegen Richtlinien oder Recht; Kritik allein reicht dafür nicht.

Google Business Profile anlegen: Schritt für Schritt

Wer nach einem Betrieb in der Nähe sucht, bekommt Einträge aus Google Maps häufig direkt in den Suchergebnissen angezeigt – mit Öffnungszeiten, Bewertungen, Routenplaner und Anruf-Button. So richten Sie Ihren Eintrag ein:

  1. Prüfen Sie zuerst, ob es für Ihren Betrieb schon einen Eintrag gibt. Falls ja, beanspruchen Sie diesen, statt einen zweiten anzulegen.
  2. Rufen Sie business.google.com auf und melden Sie sich mit einem Google-Konto an, auf das Sie dauerhaft Zugriff haben.
  3. Geben Sie den Firmennamen genau so ein, wie er auf Ihrer Webseite, Ihrem Schild und Ihrem Briefpapier steht.
  4. Wählen Sie die Hauptkategorie, die Ihre Haupttätigkeit am genauesten beschreibt.
  5. Tragen Sie Ihre Adresse ein. Empfangen Sie keine Kunden vor Ort, etwa als Handwerksbetrieb, können Sie die Adresse ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben.
  6. Ergänzen Sie Telefonnummer und Webseiten-Adresse.
  7. Bestätigen Sie, dass Sie das Unternehmen verwalten dürfen (Verifizierung).

Wie die Verifizierung abläuft, legt Google im Einzelfall fest – zum Beispiel per Postkarte mit Bestätigungscode, per Telefon oder mit einem kurzen Video. Adresse und Telefonnummer müssen dafür tatsächlich erreichbar sein. Nach der Bestätigung erscheint Ihr Eintrag in der Google-Suche und auf Google Maps. Ergänzen Sie dann Öffnungszeiten, eine kurze, konkrete Beschreibung Ihres Angebots, Ihre Leistungen und Fotos von Team, Räumen oder Produkten.

Das Profil pflegen: Öffnungszeiten, Feiertage, Beiträge

Einmal anlegen reicht nicht. Ein Eintrag ist nur so hilfreich, wie seine Angaben aktuell sind – für Kunden ebenso wie für Google.

Öffnungszeiten und Feiertage

Tragen Sie Ihre regulären Öffnungszeiten ein und passen Sie sie bei jeder Änderung sofort an. Falsche Zeiten verärgern Kunden und kosten Vertrauen in Ihren Eintrag. Für Feiertage, Brückentage oder Betriebsurlaub hinterlegen Sie Sonderöffnungszeiten, etwa „geschlossen am 24.12.“ oder verkürzte Zeiten an einem Brückentag. So vermeiden Sie Anrufe und vergebliche Anfahrten an Tagen, an denen Sie nicht da sind.

Beiträge veröffentlichen

Über Beiträge (Posts) teilen Sie Angebote, Neuigkeiten oder Veranstaltungen direkt im Profil. Das hält den Eintrag lebendig, und Beiträge können in der Google-Suche angezeigt werden. Ein Beitrag besteht aus einem kurzen Text, einem Bild und auf Wunsch einem Button, der zum Beispiel auf Ihre Webseite führt. Schon ein Beitrag pro Monat hilft – Qualität und Relevanz sind wichtiger als Masse.

Pflege-Routine: einmal im Monat prüfen

  1. Stimmen Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer noch – und sind sie identisch mit Ihrer Webseite?
  2. Sind Sonderöffnungszeiten für die nächsten Feiertage eingetragen?
  3. Gibt es neue Bewertungen, die noch unbeantwortet sind?
  4. Ist ein neuer Beitrag oder ein aktuelles Foto fällig?
  5. Passen Beschreibung und Leistungsangaben noch zu Ihrem Angebot?

Die fünf häufigsten Fehler im Google Business Profile

Die folgenden Fehler sind typisch. Die gute Nachricht: Meist lassen sie sich mit wenig Aufwand beheben.

1. Falsche oder zu allgemeine Kategorie

Die Hauptkategorie sollte Ihr Kerngeschäft exakt treffen – nicht „Unternehmen“ oder „Dienstleister“, sondern zum Beispiel „Steuerberater“, „Zahnarzt“ oder „Friseursalon“. Zusätzlich können Sie bis zu neun weitere Kategorien wählen. Nutzen Sie diese für echte weitere Schwerpunkte; zu allgemeine Kategorien helfen weder Interessenten noch Google.

2. Unvollständige oder veraltete Angaben

Fehlende Öffnungszeiten, ein altes Logo oder eine Beschreibung, die seit Jahren niemand angepasst hat, wirken unprofessionell und können Ihre Sichtbarkeit beeinträchtigen. Pflegen Sie Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten inklusive Feiertage, Beschreibung und Fotos regelmäßig und halten Sie alles im Einklang mit Ihrer Webseite.

3. Abweichende Kontaktdaten (NAP)

NAP steht für Name, Address, Phone – also Name, Adresse und Telefonnummer. Weichen diese Angaben auf Ihrer Webseite, im Google-Profil und in Branchenbüchern voneinander ab, kann Google unsicher werden, welcher Eintrag der richtige ist. Prüfen Sie alle Einträge und gleichen Sie sie exakt an, bis hin zu Schreibweise und Formatierung wie „Str.“ oder „Straße“. Wie Sie Verzeichnisse dabei sinnvoll nutzen, lesen Sie im Ratgeber Lokale Backlinks und Branchenverzeichnisse richtig nutzen.

4. Keine oder kaum Bilder

Aktuelle, gute Fotos machen Ihr Profil anschaulicher und können mehr Klicks und Anfragen bringen. Laden Sie regelmäßig Bilder hoch: vom Laden oder Büro, vom Team, von Produkten oder Leistungen. Ein klares Logo und ein ansprechendes Titelbild sind das Minimum.

5. Bewertungen ignorieren

Bewertungen und vor allem Ihre Antworten darauf zeigen Interessenten und Google, dass Ihr Betrieb aktiv ist und sich um seine Kunden kümmert. Das stärkt das Vertrauen und kann sich auch auf die lokale Sichtbarkeit auswirken.

Google-Bewertungen sammeln und beantworten

Viele Menschen schauen auf Sterne und Bewertungstexte, bevor sie anrufen oder vorbeikommen. Gute Bewertungen wirken wie eine Empfehlung und können mehr Klicks bringen. Keine oder nur sehr wenige Bewertungen wirken dagegen oft weniger vertrauenswürdig als eine realistische Mischung mit professionellen Antworten.

Kunden um eine Bewertung bitten

Bitten Sie nach einem erfolgreich abgeschlossenen Auftrag höflich um eine Bewertung – im Gespräch, per E-Mail oder mit einem Link, der direkt zur Bewertungsseite Ihres Profils führt. Diesen Link finden Sie in Ihrem Google Business Profile. Sie können ihn auch als QR-Code auf Rechnung, Visitenkarte oder einen Aufsteller am Tresen drucken. Kaufen Sie keine Bewertungen und bieten Sie keine Belohnungen für Bewertungen an: Das verstößt gegen die Richtlinien von Google und kann zu Sanktionen führen.

Auf Bewertungen antworten

Antworten Sie auf positive wie negative Bewertungen – sachlich, freundlich und zeitnah. Schauen Sie dafür regelmäßig in Ihr Profil, damit keine neue Bewertung liegen bleibt.

  • Bei Lob: Bedanken Sie sich kurz und persönlich statt mit immer demselben Textbaustein.
  • Bei Kritik: Nehmen Sie den Punkt ernst, antworten Sie sachlich und bieten Sie an, das Gespräch per Telefon oder E-Mail fortzusetzen.
  • Im Ton: Werden Sie nicht emotional oder beleidigend – Ihre Antwort lesen vor allem künftige Kunden.
  • Mit Diskretion: Nennen Sie in öffentlichen Antworten keine persönlichen Details zur bewertenden Person oder zu ihrem Auftrag.

Schlechte oder falsche Bewertungen: Was können Sie tun?

Negative Bewertungen sind unangenehm, bieten aber auch eine Chance: Eine durchdachte Antwort zeigt anderen Lesern, dass Sie sich kümmern. Bleiben Sie auch bei harscher Kritik sachlich und respektvoll. Sie können Ihre Sicht darstellen, sich entschuldigen, wo etwas schiefgelaufen ist, oder zu einem direkten Gespräch einladen – ohne Beleidigungen und ohne Drohungen.

Wann ist eine Bewertung problematisch?

Kritik allein ist kein Löschgrund, auch wenn sie Ihnen überzogen erscheint. Rechtlich relevant können dagegen sein:

  • Beleidigungen
  • unwahre Tatsachenbehauptungen
  • offensichtlich gefälschte Bewertungen oder solche, die erkennbar ein anderes Unternehmen betreffen
  • Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren und keinen Bezug zu Ihrem Geschäft haben

Bewertung bei Google melden

Google entfernt Bewertungen nur in begrenzten Fällen, etwa bei Spam, Fälschungen oder Verstößen gegen die eigenen Richtlinien. Auch bei Inhalten, die gegen geltendes Recht verstoßen – etwa Beleidigungen oder nachweislich unwahren Behauptungen –, kann Google eine Bewertung entfernen. Melden können Sie eine Bewertung direkt über Ihr Google Business Profile; die Entscheidung trifft Google. Einen automatischen Anspruch auf Löschung gibt es nicht.

So gehen Sie bei einer unfairen Bewertung vor

  1. Prüfen Sie in Ruhe, ob die Bewertung echt ist und ob die Kritik ganz oder teilweise zutrifft.
  2. Antworten Sie öffentlich, sachlich und freundlich.
  3. Verstößt die Bewertung gegen die Richtlinien, etwa als Spam, Fälschung oder Beleidigung, melden Sie sie bei Google.
  4. Bei eindeutig unwahren, ehrverletzenden oder geschäftsschädigenden Bewertungen lassen Sie anwaltlich prüfen, ob Abmahnung, Unterlassung oder Löschung infrage kommen – gegenüber der bewertenden Person oder dem Plattformbetreiber.

Rechtliche Schritte sind Einzelfallsache und keine Standardlösung. Am Anfang steht immer eine sachliche Antwort und gegebenenfalls die Meldung bei Google.

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Fazit

Ein vollständiges, gepflegtes Google Business Profile ist für lokale Betriebe einer der wirksamsten Wege, in der Umgebung gefunden zu werden – und kostet vor allem etwas Zeit. Legen Sie den Eintrag sorgfältig an, halten Sie Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Fotos aktuell und antworten Sie auf jede Bewertung sachlich. Bei unfairen Bewertungen gilt: erst antworten, dann melden und rechtliche Schritte nur im Einzelfall prüfen lassen.

Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

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